Panna

Panna – Wenn ich nur könnte, wie ich wollte
Zusammen mit ihrem Bruder Olio wurde Panna an Ostern 2022 zum ersten Mal im Canile auf Sardinien besucht. Seitdem lebt sie dort – Tag für Tag, Monat für Monat. Ihr Leben spielt sich zwischen Betonwänden und Gitterstäben ab, unterbrochen nur von kurzen Momenten im Freilauf, wenn der Zwinger gereinigt wird. Diese wenigen Minuten außerhalb des Zwingers sind kleine Lichtblicke in einem sonst sehr eintönigen Alltag.
Panna hat bisher kaum etwas von der Welt kennenlernen dürfen. Nähe, Geborgenheit und positive Erfahrungen mit Menschen gab es in ihrem Leben bislang nur sehr wenig. Als eine Gruppe der Streunerherzen im Oktober 2025 das Canile besuchte, war die Situation für die sensible Hündin völlig überwältigend. Viele fremde Menschen, Stimmen und Bewegungen auf einmal – Reize, die sie aus ihrem reizarmen Alltag kaum kennt. Panna wusste nicht, wie sie mit dieser Situation umgehen sollte und zog sich noch mehr zurück.
Doch bei unserem Besuch im April 2026 zeigte sich auch, wie viel in ihr steckt. Man konnte deutlich sehen, dass sie eigentlich gerne Kontakt aufnehmen würde. Immer wieder beobachtete sie uns neugierig und man merkte, wie sehr sie mit sich kämpfte. Für ein Leckerchen nahm sie schließlich all ihren Mut zusammen, schnappte es sich vorsichtig aus der Hand einer Kollegin und trat sofort wieder den Rückzug an. Im Zwinger ließ sie sich inzwischen sogar streicheln. Wirklich genießen konnte sie die Berührungen noch nicht, dafür ist ihr vieles noch zu fremd. Aber sie hielt die Situation aus und wirkte dabei nicht panisch. Kleine Schritte für andere Hunde – für Panna sind sie riesengroß.
Panna lebt derzeit mit Michelle zusammen, einer offenen und menschenbezogenen Hündin, die ihr im Alltag Orientierung gibt. Während Michelle aktiv den Kontakt sucht, beobachtet Panna lieber erst aus sicherer Entfernung. Doch ihre vorsichtige Neugier ist geblieben und genau darin liegt ihre Chance.
Der Tierheimalltag ist für einen sensiblen Hund wie sie besonders schwierig. Es fehlt an Ruhe, an individueller Förderung und vor allem an Menschen, die ihr regelmäßig zeigen können, dass Nähe nichts Bedrohliches ist. Panna ist eine sehr vorsichtige, sensible und unsichere Hündin. Sie möchte gerne vertrauen, weiß aber noch nicht, wie sie diesen Schritt schaffen soll. Man spürt deutlich, dass sie innerlich hin- und hergerissen ist. Die Neugier auf den Menschen ist da, doch die Angst ist oft noch stärker.
Trotzdem zeigt Panna immer wieder kleine Fortschritte. Sie beobachtet genau, nimmt vorsichtig Kontakt auf und beginnt langsam, Situationen auszuhalten, die ihr früher große Angst gemacht hätten.
In ihr steckt unglaublich viel Potenzial – sie braucht nur endlich Menschen, die ihr die Chance geben, dieses auch zu entfalten.
Panna ist kein Hund, der sofort offen auf Menschen zugeht. Sie braucht Zeit, Geduld und Verständnis. Aber sie bringt etwas ganz Wichtiges mit: Den Wunsch, mutig zu sein. Für Panna suchen wir ein ruhiges und stabiles Zuhause.
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(kastriert)





