Fulmine

Fulmine wurde gemeinsam mit seinen Schwestern Brisa und Cloe bereits als kleiner Welpe ausgesetzt. Gerade einmal acht Wochen alt waren die drei, als sie sich plötzlich allein auf der Straße wiederfanden – schutzlos und auf sich gestellt.
Fulmine hat nie erfahren dürfen, wie sich ein behütetes Zuhause anfühlt. Seit dem 17. September 2020 lebt er im Canile Comunale Tortolì auf Sardinien. Sein Alltag besteht seit Jahren aus denselben Mauern, denselben Gitterstäben und keinem Kontakt zur Außenwelt. Spaziergänge, Gras unter den Pfoten oder ein eigenes Körbchen kennt er bis heute nicht.
Fulmine teilt sich seinen Zwinger dort mit seinen beiden Schwestern. Die drei geben sich gegenseitig Halt und Orientierung, an Brisa orientiert sich Fulmine stark.
Bei unserem Besuch im April 2026 zeigte sich Fulmine nach wie vor eher vorsichtig, wirkte jedoch deutlich mutiger als zuvor. Besonders die mitgebrachten Leckerchen weckten seine Neugier. Immer wieder wagte er sich in unsere Nähe, beobachtete aufmerksam und überwand dabei Stück für Stück seine Unsicherheit.
Im Zwinger ließ er sich inzwischen sogar streicheln. Zwar blickte er dabei noch skeptisch und vorsichtig, doch die Berührungen schienen ihm nicht unangenehm zu sein. Es war deutlich zu spüren, dass in ihm der Wunsch wächst, Vertrauen zu fassen – auch wenn er dafür weiterhin Zeit und Geduld braucht.
Fulmine ist ein sensibler Hund, der seine Umgebung sehr genau wahrnimmt. Er braucht Zeit, um Vertrauen aufzubauen, und sollte sich in seinem eigenen Tempo öffnen dürfen. Er beobachtet aufmerksam und versucht, Situationen erst einmal einzuschätzen, bevor er sich darauf einlässt.
In ihm steckt mit großer Wahrscheinlichkeit ein Maremmano – eine alte italienische Herdenschutzhunderasse, die dafür gezüchtet wurde, eigenständig Herden und Gelände zu bewachen. Diese Herkunft prägt auch Fulmine deutlich: Er ist aufmerksam, ruhig und klug, aber vermutlich auch selbstständig und Neuem gegenüber zunächst misstrauisch.
Vertrauen verschenkt er nicht leichtfertig – es muss wachsen dürfen, getragen von Geduld, Respekt und Verständnis. Hat ein Maremmano jedoch einmal eine Bindung aufgebaut, zeigt er sich loyal, treu und verlässlich. Herdenschutzhunde sind keine Hunde, die blind gehorchen möchten. Sie brauchen Menschen, die ihnen mit Ruhe, Klarheit und Souveränität begegnen.
Druck oder Ungeduld verunsichern Fulmine, während ein ruhiger und fairer Umgang ihm Sicherheit gibt. Fulmine sucht ein ruhiges, ländliches Zuhause mit einem sicher eingezäunten Garten, in dem er ankommen und sich frei bewegen darf. Ebenso wichtig sind Rückzugsmöglichkeiten und Menschen, die verstehen, dass Vertrauen Zeit braucht und nicht erzwungen werden kann.
Gesucht werden hundeerfahrene Menschen – idealerweise mit Erfahrung im Umgang mit Herdenschutzhunden –, die seine Eigenständigkeit respektieren und ihn mit Geduld und Ruhe begleiten. Menschen, die klare Grenzen setzen können, ohne Härte anzuwenden.
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(kastriert)





