Cinzia

neuer Vermittlungstext September 2026
Cinzia wurde gemeinsam mit ihren Geschwistern Camilla, Carlo, Carola und Carla als kleiner Welpe ins Canile Comunale Tortolì gebracht – wahrscheinlich der unerwünschte Nachwuchs eines Schäfers, den man kurzerhand ausgesetzt hat. Auf Sardinien ist es leider keine Seltenheit, dass Schäfer und Jäger regelmäßig den Wurf ihrer Hündinnen irgendwo im Nirgendwo sich selbst überlassen, anstatt ihre erwachsenen Tiere kastrieren zu lassen.
Cinzia verbringt ihr Leben derzeit in unserem Partnertierheim – dem Canile Comunale Tortoli. Der Alltag für sie ist ein Kreislauf aus Warten und Einsamkeit. Nur wenige Minuten am Tag wird für sie der Zwinger geöffnet – nicht für einen Ausbruch in die Freiheit, sondern für die routinemäßige Reinigung ihres kleinen Raums. Und doch nutzt Cinzia selbst diese kurzen Augenblicke, um jeden Sonnenstrahl, jeden Geruch, jeden freundlichen Blick aufzusaugen – als könnte sie dieser für einen Moment aus ihrer tristen Realität entführen.
Cinzia teilte sich ihren tristen, kleinen Zwinger zuletzt mit ihrer Schwester Carla. Diese hatte inzwischen das große Glück, in ihre eigene Familie nach Deutschland reisen zu dürfen – und hat sich dort, wie auch die anderen bereits vermittelten Geschwister, wunderbar entwickelt. Die Trennung von ihrer Schwester Carla hat Spuren hinterlassen. Einst war Cinzia offen und unbeschwert, nun begegnet sie der Welt mit einer leisen Zurückhaltung.
Cinzia zeigte sich bei unserem letzten Besuch im April 2026 zurückgezogen und nachdenklich. Aus sicherer Entfernung beobachtete sie uns, ihre Neugier war noch da, doch die innere Ruhe und das Vertrauen, das sie früher ausstrahlte, schienen verblasst. Es ist nicht so, dass Cinzia sich abwendet – vielmehr wahrt sie einen Abstand, als müsste sie erst wieder lernen, Vertrauen zu fassen.
Und doch gibt es diese kleinen Momente, in denen sie sich Leckerchen abholt. Das zeigt deutlich, wie sehr sie Nähe und Zuwendung vermisst. Jede liebevolle Geste saugte sie förmlich auf – als würde sie sich für diese kurzen Augenblicke ein Stück Geborgenheit zurückholen. Es ist berührend zu erleben, wie viel Hoffnung trotz der Umstände in Cinzia bleibt.
In ihren Augen schimmert ein stiller Wunsch: „Ich warte noch. "Vielleicht gibt es dort draußen jemanden, der meinen Weg kreuzen wird“. Und wir glauben fest daran, dass sich Cinzia, genau wie ihre vermittelten Geschwister, toll entwickeln wird, wenn sie die Liebe ihrer eigenen Familie spüren darf.
Wir wünschen uns für Cinzia ein Zuhause bei Menschen mit Erfahrung im Umgang mit Herdenschutzhunden oder solchen, die bereit sind, sich intensiv mit den Eigenschaften und Bedürfnissen auseinanderzusetzen.
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(kastriert)





