Balu

Balu stammt aus Jakutsk in Sibirien, einem der unwirtlichsten Orte für Straßenhunde, den man sich vorstellen kann – gerade im Winter gibt es dort Temperaturen von bis zu –55 Grad, kaum Chancen zu überleben. Meine Frau Katja ist gebürtige Russin und engagiert sich für Straßenhunde von dort. Sie hat Balu von der Fangstation gerettet und sich mit Hilfe des Tierschutzvereins Riva darum gekümmert, dass er über Moskau, wo er zunächst auf einer Pflegestelle unterkam, zu uns nach Münster kommen konnte.
Wir haben selbst drei Hunde aus Jakutsk, Kira, eine Deutsche Schäferhündin und zwei Sibirische Laika-Mischlings Hündinnen, zwei Schwestern namens Tascha und Vesta. Wir nehmen regelmäßig für Riva als Pflegestelle Tierschutzhunde bei uns auf und helfen bei der Vermittlung. Wir haben relativ viel Platz, einen riesigen Garten und ein ebenso großes Herz für Hunde.
Balu bringt uns und auch unsere drei Hundedamen an unsere Grenzen. Wir haben bisher keine Erfahrungen mit Herdenschutzhunden und Balu ist allein schon wegen seiner enormen Größe und Kraft eine Herausforderung. Dazu kommt, dass er als Junghund jede Menge Flausen im Kopf hat und seine Grenzen austestet.
Unsere drei Hundedamen spielen mit Balu im Garten. Mit den zwei Laikas ist das kein Problem, sie sind viel flinker und geschickter als der große Teddybär, aber bei unserer Schäferhündin Kira müssen wir aufgrund ihrer HD extrem aufpassen, allein schon wegen seines Gewichts besteht die Gefahr, dass etwas passiert – das wäre fatal.
Tatsächlich haben wir uns mit Balu etwas zu viel zugetraut. Grundsätzlich ist er ein total lieber Kerl mit tollem Charakter, gerade mit seiner Vorgeschichte. Er lässt alles mit sich machen, kämmen ist kein Problem, er lässt sich ins Maul schauen und den Bauch streicheln. Und auch wenn unsere drei Mädels ihn mal anzicken, weil er zu aufdringlich wird, kann er ihre Grenzen annehmen und auch fremden Menschen gegenüber reagiert er respektvoll.
Nichts desto trotz haben wir das Gefühl, dass wir ihm nicht das bieten können, was er eigentlich bräuchte und versuchen ihn deswegen in fachkundige sowie liebevolle Hände mit passenden Gegebenheiten zu vermitteln.
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(kastriert)




