Abe

Die Geschichte von Abe und seiner Rückkehr zum Verein nach nunmehr 6 Jahren in einer Familie ist eine Geschichte, die zum einen von den Herausforderungen der Kommunikation zwischen Menschen und Hund handelt, zum anderen aber auch von Respekt und Einvernehmlichkeit. Wie wichtig die volle Transparenz im Tierschutz zu jeder Zeit wirklich ist, wird durch Fälle wie diesen deutlich demonstriert. Denn ohne die dazugehörigen Tatsachen und Fakten ist weder dem imposanten Rüden noch seinen zukünftigen Haltern geholfen. Daher werden wir keinen rosaroten Filter auf den Fall legen.
Wie kam es zu Abe’s Rücklauf? Als Welpe wurde er an eine Familie vermittelt, wuchs dort auf und integrierte sich, entwickelte sich zu einem loyalen Freund der Familie, wenn auch mit starkem Jagdtrieb. Nach Aussage der Halter wurden verschiedene Hundeschulen besucht, aber nicht für sonderlich gut befunden, da mit Strafen gearbeitet wurde. Mit einer Hundetrainerin wurden zuletzt noch verschiedene Themen angegangen, wie zum Beispiel eine milde - jedoch vorhandene Tendenz zur Ressourcensicherung - bevor es dann bedauerlicherweise zu einem Vorfall kam, der die Familie zur Abgabe bewegte.
Wir wollen es nicht schönreden: Abe hat geschnappt. Die Umstände hierzu haben wir mit der Familie, der Trainerin und unter uns Tierschützern so gut es ging durchleuchtet und sind zu dem Schluss gekommen, dass Abe in einer für ihn (!) stressigen Situation vermutlich versucht hat, eine Grenze aufzuzeigen. Wie jedes Individuum hat Abe’s Persönlichkeit viele Facetten und eine von ihnen ist das sehr nachvollziehbare Bedürfnis darauf, selber zu bestimmen, wann wie viel gekuschelt wird und wie viel Nähe zwischen Mensch und Hund stattfindet. Wahrscheinlich hat er auch signalisiert, dass es ihm reicht. Das Problem entsteht da, wo wir als Menschen die Signale nicht richtig deuten (können) und manchmal, ohne es zu bemerken, über die Grenzen der gegenseitigen Einvernehmlichkeit hinweg gehen.
Aber als Abe's Geduldsfaden schließlich riss, hat er dann das getan, was Hunde tun, wenn Sie in ihrer Sprache eine deutliche Warnung aussprechen: Er hat geschnappt. Glücklicherweise hielt sich das Ausmaß in Grenzen, jedoch ist Abe ein großer Hund und mit einem 2-jährigen Kind im Haus kann man verstehen, dass Eltern den schweren Entschluss fassen, sich von ihm zu trennen.
Abe's Bedürfnisse und ideales Zuhause: Wir haben ihn erlebt und finden, dass Abe ein toller, loyaler Freund ist für HSH-erfahrene Menschen, die seine Grenzen verstehen und respektieren. Ein ruhiges Zuhause, mit Menschen, die wissen, wie man fair mit einem Hund umgeht, und ihm liebevoll und souverän Halt geben. Zu seiner Vergträglichkeit mit anderen Hunden liegen uns zur Zeit keine Informationen vor.
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(kastriert)




