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Popeye (HSH-Hilfe e.V.)

-Steht nicht mehr zur Vermittlung-

Popeye war von seiner Familie kaltherzig in eine ungarische Tötungsstation abgeschoben worden, als ein Welpe einzog. Er baute so schnell massiv ab, dass Tierschützer, die ihn aus diesem Loch herausholten, ihn zum Glück als allererstes vor Ort noch einem Tierarzt vorstellten.

Diagnose: Blutvergiftung und alte, eiternde Bissverletzungen. Über einen Liter Eiter wurde Popeye aus den Wunden entfernt, abgestorbenes Gewebe weggeschnitten und nach zwei Wochen als geheilt entlassen.

Geheilt war er jedoch bei weitem nicht. Bei der Übernahme in die HSH-Hilfe e.V. sahen beide Beine, im Speziellen die Ellbogen, extrem mitgenommen aus, starke Schwellungen und Taschenbildung, wobei noch eine zähe Flüssigkeit aus ihnen lief, so dass wir umgehend den Tierarzt aufsuchten, der in beiden Beinen einen Riss in der Gelenkkapsel diagnostizierte. Alle Untersuchungen und Behandlungen bis zur OP ließ Popeye mit einer unglaublichen Ruhe und Vertrauen über sich ergehen.

Die erste OP dauerte fast drei Stunden, in denen er kastriert und sein rechtes Bein operiert wurden. Das linke, weniger arg (aber immer noch schlimm) mitgenommene Bein sollte erst dann operiert werden, wenn Popeye sein operiertes Bein besser nutzen kann. Zu allem Überfluss hatte er auch noch einen bösartigen Tumor im Hoden, der bei der Kastration jedoch vollständig entfernt wurde. Eine (kleine) gute Meldung: Es war kein Defekt in der Gelenkkapsel, sondern ein riesengroßes Bursahygrom. Das gesamte drüsenbildende Gewebe und die Fistel wurden entfernt, die Haut mit einer bestimmten Nähtechnik mit dem Muskelgewebe vernäht. Da jedoch leider durch die bereits in Ungarn erfolgte OP aufgrund der alten Bißverletztung (bei der über einen Liter Eiter entfernt und nekrotische Gewebe weggeschnitten worden war) die Haut bereits extrem gespannt und gereizt war, bildete sich eine sehr große offenen Stelle. Eine Hauttransplantation schlug leider fehl. Die einzige Möglichkeit war, die Stelle von alleine so weit wie möglich zuwachsen zu lassen, wobei natürlich der Ellbogen die denkbar ungünstigste und undankbarste Stelle ist. Wir packten unser gesamten Wissen und alternative Heilmethoden aus, experimentierten mit verschiedenen Verbandstechniken. Jeden Tag stand mindestens ein Verbandswechsel an, spezielle Kompressen, aufwendiges und leider auch sehr teures Verbandsmaterial, Salben, Antibiotikum, Schmerzmittel etc. Popeye war nach wie vor zum Glück sehr kooperativ: Er schien zu spüren, dass wir ihn nicht drangsalieren, sondern wirklich helfen wollen und die Behandlungen notwendig waren.

 

Und unser Einsatz zahlte sich aus! Nach und nach bildete sich neues heiles Gewebe und Haut. Genau wie bei Yooku wurden auch bei Popeye die Ellbogen durch Tylom-Bandagen geschützt. Als Leck- und Knabberschutz trug er nicht die üblichen Schutztrichter, sondern einen Thorni, mit dem er wesentlich besser klar kam. Und da er über 430 Tage diesen Schutz tragen musste war es für uns selbstverständlich, dass wir ihm diese Zeit so angenehm wie möglich machen.

 

Popeye konnte sich die ganze Zeit völlig ohne Probleme bewegen, da die Verletzung sich nur auf die Haut und Schleimbeutel des Vorderbeines beschränkte. Einzig sein Ellbogen sieht nun optisch ein wenig „anders“ aus, was Popeye nur noch einzigartiger macht.

 

Insgesamt wurde Popeye 7mal an seinem rechten Vorderbein operiert! Im Dezember 2010, nach fast genau 430 Tagen täglichen Verbandswechselns war es endlich soweit: Popeye durfte endlich wieder ohne Verband, mit verheiltem Bein und ohne Schutzkragen laufen. Unglaublich, was dieser so sensationell menschenfreundliche Hund alles mitgemacht hat.

 

An den Kosten für Popeyes medizinischer Betreuung haben wir immer noch zu knabbern, aber wer diesen einmaligen Hund kennenlernt, beißt sich doch dann gerne durch die Rechnungen durch 🙂

 

Der Umzug in sein neues Leben

war im Februar 2011. Popeye hat seine neue Familie gefunden und keiner möchte mehr den anderen missen!

 

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