weitere Möglichkeiten, die Hilfe für HSH e.V. zu fördern

Calanthia (Hilfe für HSH e.V.)

Wir wussten sowieso, wie wunderschön Calanthias Seele ist, aber wir hatten Sorgen, dass dies viele nicht erkennen, sondern sich an ihrem doch speziellen Äußeren stören würden ist. Aber Kerstin und ihre Familie wußten, wohin sie schauen müssen … zudem ihre „Besonderheit“ ihrer Schönheit ohnehin keinen Abbruch tut. Ein wahres „Fellgesicht“ 😉  Und so zog Calanthia am 31.05.2017 in ihre neue Familie zu drei weiteren Hunden.

Zeilen aus ihrem Zuhause

Mein Mann sagt ich soll mich kurz fassen, weil niemand so viel lesen möchte, aber ich finde das alles wichtig und könnte noch viel mehr von Calanthia schwärmen…

Aber hier eine Kurzfassung, für alle, die es nicht soooo genau wissen möchten:

Am 31.05.2017 ist Calanthia bei uns (drei Menschen und vier, inzwischen leider nur noch drei, weiteren Hunden) eingezogen und wir sind sehr glücklich mit ihr. Sie ist ein Traum von einem Hund.

Auch Calanthia scheint happy zu sein und liebt ausgiebige Streicheleinheiten, die Spaziergänge und ihren Lieblingsplatz im Bett. Mit Freude sucht sie ihr Frühstück im Garten. Hat allerdings etwas gedauert, bis sie den Sinn dahinter verstanden hat. Sie hat mich angeschaut, als wollte sie sagen: „Du musst es nicht wegwerfen, ich würde es gerne haben!“.

Nicht so gerne mag sie Katzen, dann sind die auch noch so frech und kommen in ihren Garten. Die Nachbarn könnten ihre Pferde auch ruhig abschaffen, braucht Calanthia nicht zu ihrem Glück!

  • Vielen Dank an die Hilfe für HSH e.V., dass wir diesen besonderen Schatz hüten dürfen und ihr weder Kosten noch Mühen gescheut habt, um ihr die Chance auf ein neues Leben zu geben. Danke von ganzem Herzen, dass sie weiter leben durfte.
  • Ein riesen Dankeschön an die Tierschützer in der Türkei, die erste Hilfe geleistet haben und vor deren täglicher Arbeit ich Hochachtung habe. 
  • Die medizinische Versorgung in der Tierklinik Hofheim darf natürlich auch nicht vergessen werden. Danke dafür, dass das scheinbar Unmögliche möglich gemacht wurde!
  • Tausend Dank auch an alle Spender, die die Hilfe für HSH e.V. finanziell unterstützen und somit auch an Calanthias Rettung beteiligt waren.
  • Lieber Markus, lieber Paul-Marlon, euch danke ich, dass ihr mit mir meinen Traum lebt und mich unterstützt. Ich weiß, dass ihr dafür auch auf das Ein oder Andere verzichtet.

Viele Menschen zusammen  haben etwas Großartiges geschafft. Danke an alle, die nicht wegschauen!!!

 

Und für alle, die diese Happy-Ends so sehr lieben wie ich, folgt hier die ausführlichere Version:

Ich habe bei der Veranstaltung „Mit der Hilfe für HSH e.V. durchs Jahr“ im Oktober 2016 von Calanthia gehört und ihr Schicksal hat mich sehr bewegt. Zwar hört, oder liest man die schrecklichsten Dinge, die Menschen anderen Lebewesen antun, da ist „einfach nur“ überfahren werden ja noch relativ harmlos. Und vielleicht war es ja auch tatsächlich ein Unfall…..? Aber die Vorstellung, dass Calanthia mit unvorstellbaren Schmerzen unversorgt einfach liegen gelassen wurde,  hat mich erschüttert.

Zu Hause habe ich meiner Familie gleich von Calanthia erzählt.

Als ich mich im November mit Mirjam über sie unterhalten habe, war ich sehr froh zu hören, dass sie sich so gut erholt und ihre Verletzungen schnell heilen. Erschrocken war ich dann, als ich meinte, dass ihr ja dann zu ihrem Glück nur noch eine Familie fehlen würde, worauf Mirjam antwortete, dass Calanthia immer „etwas anders“ aussehen würde und sie es deshalb schwer haben würde ihre Familie zu finden.

Aber was ist Schönheit? Calanthia ist wunderschön! Wenn die Augen der Spiegel der Seele sind, dann kann man in ihrem Auge so viel mehr sehen, als bei ganz vielen anderen in beiden Augen zusammen.

Calanthia ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Im Dezember nach dem Training bei DOG-InForm sind wir an der Pension vorbei gelaufen und da habe ich Calanthia zum ersten Mal live gesehen. Ich war ganz begeistert und habe ständig nachgeschaut, ob sie nicht schon zur Vermittlung vorgestellt wurde. Wurde sie dann am 19. Dezember. Natürlich wollte ich sie unbedingt kennenlernen. Mein Mann hat zwar direkt gesagt, dass sie kein neues Familienmitglied werden wird, weil wir genug Hunde hätten, aber mal besuchen wäre in Ordnung.

Ich musste mich einfach davon überzeugen, ob sie dem Bild entspricht, das ich mir in meinem Kopf von ihr zusammengebastelt hatte. Einen Tag vor Weihnachten konnte ich feststellen, dass sie noch viel wundervoller war, als ich mir das erträumt hatte. Ich wusste, dass sie bei uns einziehen würde….Und ständig fürchtete ich, dass sie mir jemand „wegschnappen“ würde. Es musste doch jeder bemerken, wie toll sie ist! Immer wenn etwas über sie in Facebook gepostet wurde, war mir ganz schlecht, weil so viele Menschen auf sie aufmerksam gemacht wurden und ich musste doch warten, bis alle Familienmitglieder sie adoptieren wollten.

 

Meinen Mann konnte ich überreden sie nach der Hundeschule immer zu besuchen und etwas Zeit mit ihr zu verbringen. Unser Sohn hat sie auch sehr schnell ins Herz geschlossen und wollte sie in seinem Zimmer wohnen lassen, sollte sie unsere anderen Hunde nicht mögen.

Natürlich war mein Mann auch ganz angetan von ihr, aber sein Kopf war der festen Überzeugung, dass man weder vier noch fünf Hunde braucht, um glücklich zu sein.

Er war sonntags nach den Besuchen regelrecht verzaubert von ihr, allerdings setzte sich der Kopf spätestens bis Montagmittag wieder durch. Jedoch brauchte der Kopf mit jedem Besuch immer ein wenig länger und Ende Mai, nachdem sie unsere Hunde bei Spaziergängen kennenlernen konnte, ist sie bei uns eingezogen.

 

Wir hatten die Wohnung mit Gitter in zwei Bereiche geteilt. Am ersten Tag haben wir noch ein Gitter mehr verbaut, da direkter Kontakt am Gitter von Calanthia nicht erwünscht war. So konnten sich die vierbeinigen Familienmitglieder, mit dem Flur als Sicherheitszone dazwischen, immerhin anschauen.

Bei den Spaziergängen war alles super, links Calanthia, rechts ein Pitbull, bis etwas Calanthias Aufmerksamkeit erregt hat. Kam z.B. eine Katze vorbei, ist Calanthia so in Rage geraten, dass sie sich an dem Hund auf der anderen Seite abreagiert hat, weil sie die Katze nicht haben konnte!

Um die entstehende Freundschaft der Hunde nicht zu gefährden, haben wir eben zwei weitere Gassirunden täglich eingeführt. Ob man sechs oder acht Runden geht, macht ja auch keinen großen Unterschied mehr.

Nach vier Monaten konnte Calanthia schon mit einem der Hundemädels im gleichen Zimmer sein, wobei Nukke ihr deutlich lieber ist. Scheinbar sprechen sie die gleiche Sprache, unsere türkische Hinkebeinchen-Gang! Saba`s etwas plumpere Art (ist nicht böse von ihr gemeint, Pitbulls sind nicht immer so feinfühlig, jedenfalls empfinden andere das nicht immer so) ist ihr noch etwas suspekt.

Unseren Rüden fand sie am Gitter gelegentlich ganz nett, aber manchmal wurde er auch noch angebellt. Er konnte damit leben, ärgerte sie manchmal sogar ein bisschen, der kleine Stinker. Dann rannte er zum Gitter, bellte einmal, dreht um und rannte wieder weg.

Wir sahen also Fortschritte, und freuten uns über jeden noch so kleinen. Immer wenn ich einen Anflug von Zweifel verspürte (wenn z. B. Jemand sagt, dass man zu „Kampfhunden“ keinen Herdenschutzhund holen kann, es wäre eine „explosive Mischung“), hörte ich mir „Denken sie groß“ von Deichkind an und war wieder überzeugt, dass die Gitter irgendwann nicht mehr nötig sein werden und sie auch mit Hundekumpel auf der anderen Seite an Katzen vorbei laufen wird.

Auch sehe ich täglich, dass sie unser Bett jedem großen Gelände (ob mit oder ohne Schafherde) zum Bewachen vorzieht. In den Garten möchte sie nur, wenn von uns Menschen jemand dabei ist.

Sie benimmt sich im Haus so vorbildlich, dass man nicht glauben kann, dass sie auf der Straße gelebt hat. Sie würde nicht auffallen, wenn nicht überall ihre Haare rumfliegen würden ;-)….

Wenn man Hunde im Katalog nach den genauen Wünschen zusammenstellen und bestellen könnte, dann würde ich Calanthia genauso wählen wie sie ist. Ich wüsste nicht, was man sich mehr wünschen könnte. Sie ist ein Traum!

 

Bereits im Dezember 2017 haben wir die Gitter, mit denen wir die Hunde zunächst noch voneinander trennten, nur noch dann, wenn keiner zu Hause war, oder Calanthia nicht zur Ruhe kam. Sie konnte dann sogar schon im selben Raum sein, wenn die drei anderen wild und laut miteinander spielen.

Sie spielt auch gerne, aber dann nur mit einem. Auch merkt man immer mehr, dass sie die Nähe von Mick, Saba und Nukke genießt  und nicht nur erträgt. Sie fährt gerne Auto und im Kofferraum darf ein weiterer Hund auch schon mitfahren. Deshalb kann sie wieder mit Saba zusammen Gassi gehen. Dazu fahre ich noch die paar Meter aus dem Ort, weil ich Hundebegegnungen noch gerne in weiterem Bogen ausweichen möchte….

Letztens sind wir einen Weg gelaufen, den Calanthia noch nicht kannte und wir kamen an einer Pferdekoppel vorbei. Saba weiß, dass dort Pferde sind, ich weiß das, aber ich habe nicht daran gedacht, dass Calanthia das noch nicht wissen kann! Saba lief eine Leinenlänge (3 Meter) voraus und Calanthia 3m hinter mir, als sie die Pferde entdeckte! Sie schoss also die 6 Meter nach vorne und ich habe mich in Gedanken schon bei Saba entschuldigt, dass sie wegen meiner Schusseligkeit „eins auf die Mütze bekommt“, während ich versucht habe,  beruhigend auf Calanthia einzureden und ihre Leine kürzer zu fassen. Ich war überglücklich, als Calanthia keinerlei  Anstalten gemacht hat, ihre Erregung an Saba abzureagieren, sondern nur die Pferde angebellt hat.

Saba, die ihrer neuen Freundin natürlich gerne zur Seite stehen wollte, suchte nach dem Grund für die Aufregung, konnte ihn jedoch nicht ausfindig machen 😉 …

Ab Dezember ging die Integration plötzlich ganz schnell voran, damit hätte ich gar nicht gerechnet. Ich bin sehr glücklich darüber und die ersten etwas umständlicheren und zeitintensiveren 6 Monate haben sich allemal gelohnt: Eine glückliche und zufriedene Hundegruppe!

Wie sagt das Navi immer so schön?

„Sie haben Ihr Ziel erreicht!“

 

Calanthia (Hilfe für HSH e.V.) Name: Calanthia
Rasse: Kangal
Alter: ca. 2010
Geschlecht: weiblich, kastriert
Besonderheiten: extrem verschmust, noch unsicher mit anderen Hunden

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Eine angefahrene, schwer verletzte Hündin, ihre rechte Gesichtshälfte und ihr Auge wurden massiv verletzt, sie hat von den Autorädern drei große Spuren auf ihrem Körper, ein Vorderbein ist mehrfach gebrochen. Ein Wunder, dass sie überlebt hat und ihre Wirbelsäule heil geblieben ist.
Wie soll man dieses Wesen nennen, bei dem es auf den ersten Blick aussichtslos erscheint, zu operieren? Bei dem sehr gewissenhaft abgewogen werden muss, ob nicht einschläfern die bessere Alternative wäre?
Wir haben diese tapfere Hündin „Calanthia“ genannt. Denn Calanthia mit der Bedeutung „wunderschöne Blume“ hat uns deutlich gezeigt, dass für sie der Tod keine Option ist. Sie will LEBEN. Sie will leben und wieder zu einer wunderschönen Blume werden.

Die Entwicklung von ihr ist atemberaubend. Ihre Wunden sind regelrecht im Zeitraffer geheilt, nur noch eine – die größte an der Schulter – ist noch nicht ganz zu.
Sie nutzt ihr operiertes Bein noch nicht ganz korrekt, was aber an der stabilisierenden Platte liegen kann, die zunächst notwendig war. Sie wird demnächst in einer weiteren OP entfernt.

Nun muss unser „Blümchen“ weiter gegossen werden und sucht Paten, die ihr das Wasser reichen 😉

Und freut sich natürlich auch auf ein neues Zuhause. Sie sollte jedoch erst dann umziehen, wenn auch die Platte in ihrem Bein entfernt worden ist und die Tierärzte grünes Licht gegeben haben!

 

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