Nachruf: Kaamyaar

Eintrag vom
28.11.2025

Nachruf für Kaamyaar

Manchmal hinterlässt ein Hund Spuren, die leiser sind als andere – und gerade deshalb so tief.

Vor fast genau zwei Jahren, kurz vor Weihnachten, kam Kaamyaar zu uns. Ein sanfter Kangal, groß an Körper, noch größer an Seele. Gemeinsam mit Aurin und PaluPalu zog er ein, zwei Hunde, die bald ihre Menschen fanden. Nur Kaamyaar blieb. Nicht, weil er weniger besonders war, sondern weil sein Weg ein anderer war. Sein Tempo war ein anderes. Er war einer jener Hunde, bei denen man spürt: Er wartet auf genau die richtigen Menschen.

In diesem Jahr schien sich alles zu fügen. Die Familie, die bereits eine Kangalhündin von uns adoptiert hatte (Souzan), öffnete erneut ihr Herz. Alles war vorbereitet, liebevoll gedacht. Sogar ein Brustgeschirr mit seinem Namen lag bereit als Zeichen dafür, wie willkommen er in seinem Für-Immer-Zuhause ist.

Doch einen Tag vor seiner geplanten Adoption, am 05. September 2025 wurde Kaamyaar schwach. Man konnte minütlich sehen, wie er immer mehr in sich zusammenfiel. Wir riefen seine neue Familie an und sagten den Satz, den niemand sagen möchte: „Wir glauben nicht, dass er morgen zu euch ziehen kann.“
Wir machten uns eilig auf den Weg, wollten ihn in die Tierklinik bringen, hatten das Team zusammengetrommelt … und dann fanden wir ihn. Ganz still. In den wenigen Minuten unserer Abwesenheit war er gegangen. Ganz friedlich. Ganz allein, und doch nie einsam.

Es war ein Schock. Ein Moment, der das Herz zerreißt. Ein Moment, in dem man wieder spürt, wie eng Freude und Schmerz in der Tierschutzarbeit miteinander verwoben sind.

Und doch geschah etwas, das uns tief berührt hat: Seine neue Familie blieb nicht in der Lähmung stehen. Sie sagten: „Der Platz ist da. Kaamyaars Tod soll einen Sinn haben. Dann nehmen wir einen anderen Hund.“

Daiki durfte an Kaamyaars Stelle einziehen. Heute ist er ein Geschenk für diese Familie und gemeinsam mit der bereits adoptierten Kangalhündin ein wundervolles Team.

Kaamyaar hat es möglich gemacht.
Durch sein Leben. Durch sein Warten. Durch sein Gehen.

Er wurde zum Wegbereiter für Daiki, für Aurin, für PaluPalu. Und für all jene Menschen, die gespürt haben, was es bedeutet, ein Tier wirklich zu sehen, zu halten und zu begleiten.

Trauer und Dankbarkeit, Schmerz und Hoffnung, all das lag in Kaamyaars Zeit bis uns. Unvergessliche Momente mit ihm.

Danke, Kaamyaar.
Für jeden Moment. Für jedes stille Zeichen.
Für den Weg, den du – vielleicht ohne es zu wissen – geebnet hast.

Manche Hunde bleiben. Auch dann, wenn sie gehen.

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