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Lanzelot (HSH-Hilfe e.V.)

Lanzelot! Unser Schützling, den wir unter der Einschläferungsspritze weg vom Tierarzt aufgenommen haben. Wieder ein Schützling, der so unfassbar unverstanden war, was beinahe seinen Tod bedeutet hätte.

Lanzelot lebte bei einer „turbulenten“ Familie, war viel mit den jüngeren Kindern zusammen, die ihm keine Ruhe ließen. Von nonstop Ballgewerfe bis hin zu einem Ärgern und Stören war eine ausrechende Bandbreite vorhanden, Lanzelot an den Rand des Wahnsinns zu bringen. „Korrigierende“ Leinenrucke am Endloskettenwürger, um seine hohe Erregungslage „in den Griff“ zu bekommen, taten sein Übriges: Lanzelot biß zu.

Anstelle den wahren Grund für sein Verhalten zu finden, war der Weg zum Tierarzt zum Einschläfern zu finden, außerordentlich leicht für seine Familie. Von dort übernahmen wir ihn, nahmen Lanzelot in seiner Persönlichkeit und in seinen Bedürfnisse wahr, und so konnte er zeigen, welches grandiose Wesen wirklich in ihm schlummert.

 

Wie sehr freuten wir uns, als sich jemand für ihn interessierte, bei dem uns sofort klar war, dass auch sie Lanzelot versteht und ihm die Ruhe und den Halt gibt, die er so benötigt. Der Umzug in seine neue Familie mit einer neuen Hundefreundin war am 27.11.2006

Ganz lieben Dank an seinen neuen Menschen, dass sie wie wir das wahre Wesen hinter Lanzelot gesehen hat und nicht nur sein Verhalten in einer Ausnahmesituation.

Wunderschön, wie sein neuer Mensch erkannt hat: Lanzi war wirklich ein Hund, dem das Herz vor Liebe überlief.

 

 

Zeilen aus Lanzelots Zuhause

03.03.2015

Nachruf

Leider ist Lancelot nun im stolzen Alter von 12,5 Jahren gestorben. Er hatte seit einigen Jahren eine schwere DCM und war niereninsuffizient, was lange gut gegangen ist und sich dann spontan drastisch verschlechtert hatte.

Ich wollte mich noch einmal für die viele Mühe bedanken, die Sie in Lancelot investiert haben. Er war der beste Hund, den man sich wünschen konnte und wir haben viele wunderschöne Jahre verbringen dürfen.

Nicht auszudenken, wenn Sie damals nicht da gewesen wären. Darüber habe ich oft nachgedacht. Der Gedanke, was sonst passiert wäre, war immer wie ein Schlag in den Magen.

Das Schlimmste an dieser Geschichte ist für mich, dass Lanzis Vorbesitzer den armen Kerl einfach nur auf’s Grausamste missverstanden haben. Nach all den Jahren mit Lanzi glaube ich an der Geschichte der Vorbesitzer zwar, dass es den Vorfall selbst gegeben haben mag. Ich habe jedoch mit der Zeit wirklich Zweifel bekommen, ob der vom Vorbesitzer beschriebene Vorfall nicht sehr selektiv dargestellt und in den Auswirkungen entfremdet wurde. Lanzi neigte anfangs dazu, aufdringliche Annäherungen, die ihm unheimlich waren, abzuwehren, wie es Hunde untereinander manchmal machen, indem sie ein Zugreifen simulieren. Anschließend schämte er sich in Grund und Boden. Tatsächliches Beißen war ihm dobitypisch sehr fremd, er empfand das auch im Streit mit anderen Hunden als unangemessen. Er ist einmal von einem kleinen Hund gebissen worden und hat sich stundenlang wirklich ratlos und verdattert seine Wunde angesehen weil er diese Dimension von Streit so gar nicht verstehen konnte.

Er hatte damals einfach nicht gelernt, sich anders auszudrücken und auch noch gar nicht genug Vertrauen, um Menschen so nah an sich zu lassen ohne Rückzugsmöglichkeiten zu haben. Aber das hat er so rasant schnell aufgeholt und uns so viel gegeben. Wir haben ihm den Spitznamen Schlabberlot (kurz Schlabbi) gegeben weil er uns jeden Tag mit Liebe und Spucke (dicke, nasse Hundeknutscher) bedacht hat. Lanzi war wirklich ein Hund, dem das Herz vor Liebe überlief.

Vielen, vielen lieben Dank für Alles

 

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